Matrix ist ein Film, den praktisch jeder kennt und zu schätzen weiß. Der Klassiker hat so manchen mit seiner Geschichte fasziniert und überwältigt. Viele wissen aber gar nicht, wie viele verschiedene Einflüsse von den Wachowskis für den Film genutzt wurden. Sie wussten, dass sich die Menschen mit so einigen tiefgründigen Gedanken beschäftigen und haben diese im Film aufgearbeitet.

In der heutigen Zeit mag der Film vielleicht sogar noch aktueller sein als zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die digitale Moderne und die Möglichkeit eines Lebens in der Virtual Reality, jetzt, wo diese immer mehr entwickelt wird, können im Film erkannt werden. Und auch die Fragen, ob dies der Untergang unserer Menschlichkeit wäre oder ob es egal ist, in welchem Raum Denken stattfindet, werden gestellt.

Descartes

Es ist schon eine merkwürdige Vorstellung, dass unsere Gehirne einfach in Glasbehältern herumschwimmen könnten und von dort aus unser Denken und Fühlen gesteuert wird, oder? Dabei ist es in unserem Körper nicht viel anders: Auch unser Kopf ist nur ein Behälter für unser Gehirn. Descartes stellte sich die Frage nach der innerlichen Wahrnehmung des äußeren Geschehens schon im 17. Jahrhundert.

Wie können wir wissen, was außerhalb stattfindet, wenn wir nur die Gedanken unseres eigenen Verstands kennen? Er kam zu dem Schluss, dass letztlich alles, was wir wahrnehmen, in unserem Kopf passiert. Für ihn zählt sogar der Körper zum Geist. Schließlich können Menschen auch Schmerzen in Körperteilen fühlen, die sie gar nicht mehr haben. Der Schmerz findet also auch im Gehirn statt.

Platon

Auch Platon hat einen wesentlichen Anteil an der Philosophie des Films. Das hätte er sich zu seiner Lebzeit wohl auch nicht gedacht. Das von ihm formulierte Höhlengleichnis zieht das Beispiel von Menschen heran, die ihr Leben lang in der gleichen Position in einer Höhle angebunden sind und daher weder etwas von den anderen Menschen um sie herum noch vom Ausgang zur Erdoberfläche wissen.

Der Aufstieg bringt viele Schwierigkeiten mit sich und muss individuell und durch stufenweise Weiterbildung erfolgen, geht aber auch nicht komplett ohne das Mitwirken anderer. In der Matrix bringt Morpheus Neo aus seiner Höhle des 20. Jahrhunderts heraus und auch hier müssen sich die Augen derer, die aus der Höhle herausgezwungen wurden, erst müßig an das Sonnenlicht (und die Realität) gewöhnen.